Wasserdichtigkeit von Armbanduhren – was die Angaben wirklich bedeuten
Die Wasserdichtigkeit von Armbanduhren wird nach DIN 8310 geprüft. Dabei werden die Uhren einem bestimmten Prüfdruck ausgesetzt – meist zwischen 3 und 20 Bar. Wichtig zu wissen: Die auf der Uhr angegebenen Werte in Metern beziehen sich nicht auf tatsächliche Tauchtiefen, sondern auf Laborbedingungen.
Ein weit verbreiteter Irrtum lautet: „Auf meiner Uhr steht 30 m, also kann ich damit 30 Meter tief tauchen.“ Das stimmt nicht. Die früher üblichen Bezeichnungen 30 m, 50 m, 100 m oder 200 m sind eher theoretische Richtwerte und werden heute glücklicherweise seltener verwendet.
- 30 m / 3 Bar / 3 ATM: geeignet für Spritzwasser oder Regen, nicht zum Schwimmen.
- 50 m / 5 Bar / 5 ATM: hält Duschen oder Baden in der Wanne stand.
- 100 m / 10 Bar / 10 ATM: zum Schwimmen und Schnorcheln geeignet.
- 200 m / 20 Bar / 20 ATM: erst ab hier für Tauchen geeignet.
- Keine Kennzeichnung: Uhr darf nicht mit Wasser in Kontakt kommen.
Bitte beachten Sie: Die Wasserdichtigkeit ist keine dauerhafte Eigenschaft. Temperaturunterschiede, Alterung oder Verschleiß der Dichtungen beeinflussen die Sicherheit. Daher empfehlen wir, die Uhr regelmäßig in einer Fachwerkstatt prüfen zu lassen. Dort können bei Bedarf Dichtungen oder Kronen ausgetauscht werden.
Beispiele aus der Praxis
Am Strand: Die Uhr liegt in der prallen Sonne, erhitzt sich stark, und wird danach ins kalte Meerwasser getaucht. Durch den Temperaturwechsel entstehen Spannungen, zusätzlich wirken beim Schwimmen kurzzeitige Druckspitzen auf das Gehäuse – höher als die angegebenen Bar-Werte. Für solche Extrembedingungen würden wir z. B. eine robuste Uhr mit 20 Bar Wasserdichtigkeit wie eine Casio G-Shock empfehlen.
Im Alltag: Ein Kunde hatte immer wieder Probleme mit Wasser in seiner Uhr. Später stellte sich heraus: Er arbeitete im Kühlhaus und ging direkt nach Feierabend mit der kalten Uhr unter die heiße Dusche. Auch hier führten die extremen Temperaturunterschiede dazu, dass die Dichtungen nicht standhielten.
Eine robuste Uhr wie die Casio G-Shock mit 20 Bar Wasserdichtigkeit bietet in der Praxis deutlich mehr Reserven als Modelle mit geringerer Kennzeichnung. Selbst bei extremen Bedingungen wie starken Temperaturwechseln oder hoher Belastung im Alltag zeigt sie sich zuverlässig.
(Disclaimer: Auch wenn in Praxistests manche G-Shock-Modelle diverse Saunagänge überstanden haben, ist dies keine Empfehlung, solche Belastungen bewusst zu provozieren.)
Tipp für den Urlaub: Salzwasser greift Dichtungen besonders stark an. Spülen Sie Ihre Uhr nach dem Kontakt mit Meerwasser immer gründlich mit Süßwasser ab.
Egal wie wasserdicht das Gehäuse Ihrer Uhr ist – bei einem Lederarmband sollten Sie nach Möglichkeit auf Wasserkontakt verzichten. Leder nimmt Feuchtigkeit auf, wird spröde oder verfärbt sich und verkürzt so die Lebensdauer des Bandes deutlich.